26.10.2015

„Haben wir doch den Mut, die Besten zu werden“

Wir sind liberales Vorfeld. Simon Kell stellt den Verband auf der Neumitgliederkongress der FDP NRW vor. Für Neumitglieder und Interessierte richtete die FDP-Landtagsfraktion Ende September einen Neumitgliederkongress aus. In diesem Rahmen stellte die LHG Nordrhein-Westfalens ihre Arbeit vor. Von Simon Hartmann

Die Freien Demokraten hatten zum Neumitgliederkongress ins Düsseldorfer Apollo-Varieté eingeladen. Wo normalerweise elegante Akrobaten ihre anmutigen Kraftproben vorführen, gab die Partei den neuen Mitgliedern eine Kostprobe ihrer bunten Vielfalt. Auf einem farbenfrohen Podium stellten sich zahlreiche Personen vor, die in unterschiedlichen Gremien und Verbänden für die gemeinsame Sache wirken.

Über die Arbeit der vielen liberalen Studierenden im Land sprach Simon Kell. „In unseren Universitäten herrscht zu oft der Geist des Stillstandes und der Fortschrittsskepsis“, erklärte der Vorsitzende der LHG Nordrhein-Westfalens dem Publikum. Immer wieder würden sich linke und grüne Studierendenvertreter streiten, wer denn nun die wahre Linke sei. Die Liberalen würde hingegen nicht von Streitsucht sondern von der Lust auf Veränderung angetrieben: „Haben wir doch den Mut, die Besten zu werden. Wir wollen Neues wagen und die Welt verbessern.“

Der Landesverband habe dabei die Aufgabe, die lokalen Hochschulgruppen mit Expertenwissen und Tatkraft zu unterstützen. In diesem Kontext verwies Kell besonders auf die Flüchtlingsthematik: „Einige Hochschulgruppen haben bereits erfolgreich den Gasthörerstatus für Flüchtlinge eingefordert. Wir arbeiten an einem Ideenpool, aus dem die Hochschulgruppen Konzepte wie diese übernehmen können.“

Mitglieder des Landesvorstandes im Landtag. (Foto: privat)

Mitglieder des Landesvorstandes zu Besuch im Landtag. (Foto: privat)

Flüchtlinge integrieren

Der richtige Umgang mit Menschen, die aus ihren Heimatländer geflohen sind, blieb das dominierende Thema auf dem Kongress. Johannes Vogel, der Generalsekretär der FDP, forderte, Flüchtlinge so schnell wie möglich zu integrieren. Dazu müssten Ausbildungsplätze ebenso zügig geöffnet werden, wie das Arbeitsverbot fallen müsste.

Joachim Stamp, in der FDP-Fraktion zuständig für Integrationspolitik, lobte die Willkommenskultur der letzten Wochen. Hier habe sich eindrucksvoll die innere Liberalität des Landes bestätigt. Aber auch die Gefahren für die offene Gesellschaft nahm Stamp in den Blick. Die Neue Rechte würde die politische Kultur Nordrhein-Westfalens ebenso herausfordern wie Salafisten.

Freimuth zum Gespräch

Im Rahmen der Veranstaltung konnten die Teilnehmer zwanglos mit den Fachpolitikern der FDP-Fraktion diskutieren. Mitglieder des LHG-Landesvorstandes nutzten die Gelegenheit zum Gedankenaustausch mit Angela Freimuth, der hochschulpolitischen Sprecherin der FDP-Fraktion. Themen dabei waren „gute Arbeit“, Studiengebühren und die zivile Forschung.

Die Stimmung unter den Interessierten und Neumitgliedern war gut. Susanne Heinrichs studiert Biologie an der Universität Bonn und fand den Kongress „ziemlich cool“. Vor allem die offene und freundschaftliche Atmosphäre hatte es ihr angetan: „Hier arbeiten bekannte Politiker mit den vielen Ehrenamtlern Hand in Hand.“ Heinrichs ist bereits Mitglied der LHG und der Jungen Liberalen. Mit einem Schmunzeln verriet sie, dass sie demnächst auch den Freien Demokraten beitreten wird.