09.12.2012

Liberale Hochschulgruppen setzen sich gegen Noteninflation ein

Die Liberalen Hochschulgruppen in Nordrhein-Westfalen fordern die Änderung der Notenvergabepraxis in der nordrhein-westfälischen Hochschullandschaft.

Die Praxis der Notenvergabe an deutschen Hochschulen bestärkt nach Auffassung des Wissenschaftsrats eine Inflationierung von „guten“ und „sehr guten“ Noten. Die Liberalen Hochschulgruppen Nordrhein-Westfalens schließen sich in der Bewertung der Analyse „Prüfungsnoten an Hochschulen im Prüfungsjahr 2010. Arbeitsbericht mit einem wissenschaftspolitischen Kommentar des Wissenschaftsrates“1 dem Wissenschaftsrat an und fordern eine Reflexion und umfassende Überarbeitung der Notenvergabepraxis durch Fakultäten, Fachbereiche und Prüfer.

Noteninflation bedeutet für uns:

  1. eine geringere Unterscheidbarkeit der erbrachten Einzelleistung und damit eine Entwertung der relativ besseren Prüfungsleistungen,
  2. die Entwertung der relativ besseren Prüfungsleistung als Unterscheidungsmerkmal des Bewerbers auf dem Arbeitsmarkt,
  3. die Belastung der Studierenden mit dem Erfordernis überobligatorischer Leistungen,
  4. einen Abfall der Leistungsanforderungen an das jeweilige Fach,
  5. eine Entwertung deutscher Hochschulabschlüsse für Bewerbungen im Ausland.

Die genannten Folgen der inflationären Notenvergabe sind nach Auffassung der Liberalen Hochschulgruppen Nordrhein-Westfalens fatal und begründen das Erfordernis der Erhaltung oder Steigerung des gegenwärtigen Leistungsniveaus. Gerade weil die vom Wissenschaftsrat erkannte Entwicklung schleichend erfolgt, ist eine nachhaltige Überprüfung und Implementierung von allgemeinen Standards zur Erhaltung des Leistungsniveaus aus Sicht der Liberalen Hochschulgruppen in Nordrhein-Westfalen geboten.